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Das
heutige „St.-Nikolaus-Sift zu Kloster Füssenich“
erinnert mit diesem etwas komplizierten Namen an seine lange und
traditionsreiche Geschichte.
An
der Stelle des heutigen Berufskollegs wurde im Jahr 1147 ein Kloster des
Ordens der Prämonstratenserinnen errichtet; die heutigen Gebäude gehen
auf die Zeit von 1711 bis ca. 1750 zurück, als die Prämonstratenserinnen
Kirche und Kloster im barocken Stil neu errichten ließen.
Als
das Kloster infolge der französischen Besetzung und der Säkularisation
1802 aufgelöst wurde, gingen die Klostergebäude in Privatbesitz über,
während die Kirche zur Pfarrkirche der Pfarrei Füssenich erhoben
wurde.
Nach
mehreren Verkäufen gelangte das als Gutshof geführte frühere Kloster
in den Besitz einer unverheirateten Dame: Frau Magdalena Hambloch, geb.
1813 in Sinsteden, gest. 1892 in Bettenhoven. In ihrem schon 1886
errichteten Testament vermachte sie „das Ackergut Kloster Füssenich
dem Erzbischöflichen Stuhl zu Köln zu dem Zwecke, darin eine
Erziehungsanstalt für Mädchen zu errichten.“
Mit
dem Tod der Magdalena Hambloch am 12. Januar 1892 gingen deshalb die
Besitzrechte auf den Erzb. Stuhl zu Köln über; und Philipp Kardinal
Krementz, der damalige Kölner Erzbischof, bestimmte im Sinne der
Erblasserin: „Dieser Auflage entsprechend wird auf dem gedachten
Klostergute eine landwirtschaftliche Erziehungsanstalt für Mädchen
gegründet unter dem Namen St.-Nikolaus-Stift zu Kloster Füssenich.“
Seit damals ist also
das frühere Kloster und nachmalige Ackergut eine Schule; und wenn sich
auch fachliche Ausrichtung, Schulform und pädagogische Prinzipien immer
wieder gewandelt und erneuert haben (und das auch in Zukunft tun
werden), so weiß sich die Gemeinschaft des St.-Nikolaus-Stiftes doch
dieser Tradition verbunden. Insbesondere ehrt es dankbar die großzügige
Stifterin Magdalena Hambloch, der die heutige Schule letztlich ihre
Existenz verdankt. Zu diesem Gedenken tragen nicht zuletzt ihr Portrait
und ihr Totenzettel bei, die im sogenannten Bischofszimmer des
Nikolausstiftes aufbewahrt werden.
(Pfarrer
Werner Friesdorf, Schulseelsorger) |